Ralph Müller-Wagner

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Gedichte und Kurzgeschichten

Windgeflüster (Gedicht)

Ich höre den Wind
von dir flüstern.
Im Rosengarten
wo unsere Liebe einst
so herrlich erblühte.
Nur die laue Sommernacht
in ihrem samten Mantel
Zeuge ist jener
besinnlichen Botschaft.
Eingewebt im funkelnden
Sternenmeer
ein halber Mond
Träume verstreut
und Licht vom
Tempel der Ewigkeit.
In meinem Herzen
Sehnsucht lockt.
Lieblicher Rosenduft
alle Sinne verwirrt.
Gefühle erfahren
Hochkonjunktur
wenn der Wind
über dich flüstert.

© by Ralph Müller-Wagner

Neda (in Gedenken an Neda Agha-Soltan)


Als du von mir gingst
zog ein kalter Wind
über blühende Wiesen.
Der Himmel weinte
tristes Wolkengrau zog
einsam seine Bahn
im Gewitter
pulsierender Gedanken.

Gestern noch hielt ich
deine kleine Hand
küsste zärtlich deine
blutverschmierte Stirn
sah den Traum von Freiheit
in deinen warmen Augen
Fragen fanden keine
Antwort mehr für dich.

Später hat er dich eingewebt
in seinen Strahlenkranz
aus Licht gebunden.
Ewiger Friede lag in
deinem Antlitz
nach seinem Ebenbild geschaffen.
Du hast nie geklagt
warst immer für andere da.

Jetzt bist du Drüben
schwebst einem Engel gleich
im endlosen Meer der Zeit
Bittere Tränen
gebrochenes Herz
Eine Welt in mir
zusammenbrach
als du von mir gingst.

© by Ralph Müller-Wagner, 2009

Laura Langbein, exklusive Kurzgeschichte

Laura Langbein und die Reise zum Elfenschloß

 

Der grimmige Winter regierte das Königreich Ghondor sehr lange und hielt es umklammert, als wolle er es nie mehr hergeben. Aber die geballte Wärme und Kraft der Sonne machte ihm schliesslich den Garaus. So begann sich das Leben rund um die alte Eiche auf wunderbare Weise zu entfalten. Wie es sich Jahr um Jahr immer wieder auf das Neue vollzog.

Der Schnee, diese weisse kalte Herrlichkeit, schmolz dahin. Bildete Rinnsale, die mit der Zeit breiter wurden und sich in kleine Bäche verformten. Die Bäche wiederum stürzten sich von den Ghondorbergen in das Wiesental hernieder. Überschwemmten weite Auen und Ebenen, bis das Wasser im Erdboden versickerte.

Frau Eiche stand da in ihrer tausendjährigen Gemütlichkeit. Lauschte dem Frühlingsgeschwätz der beheimateten Vögel, von denen sich einige in ihrem starken Geäst aufhielten. Liess die ersten Knospen platzen, das es nur so krachte und nahm mit geschlossenen Augen den Duft des blühenden Waldes in sich auf. "Ach wie gut mir das tut!" rief sie glücklich und jubelte den anderen Bäumen zu. Wie sie nun gerade einmal niesen musste und ihr Blick auf den Waldboden fiel, bemerkte sie Laura Langbein, die ihr freundlich winkte. "Aber das ist ja eine Freude", sagte sie überrascht zu der Heuschrecke. "Die Sonne brennt uns den Frühling in das Gemüt und du besuchst mich, kleine Heldin. Was will man Schöneres erleben an einem Tag wie diesen."

"Ich dachte mir, schau doch einmal bei Frau Eiche vorbei", antwortete Laura Langbein. "Wie sie den harten Winter verbracht hat. Ja, und grüssen soll ich Sie ganz herzlich von meinen Freunden aus dem Wiesental."

"Du besitzt eben ein feines Wesen, kleine Heuschrecke. Achtest die alten Leute. Wie mich, die uralte Eiche. Das rührt mich so richtig zu Tränen. Ja, da jucken mir sämtliche Gefühle unter der dicken Rinde. Es ist ein herrliches Gefühl, wenn man nicht vergessen wird." Sie rüttelte und schüttelte sich und beinahe sah es so aus, als bräche der Waldboden auf. So sehr genoss sie Laura Langbeins Besuch. "Was machen denn Li und Lu, die beiden Marienkäferburschen?  Der Schalk ist ihnen sicher nicht abhanden gekommen. Was hecken sie wieder für Pläne aus, diese Schlitzohren?"

"Och, die sind momentan sehr beschäftigt. Wissen Sie Frau Eiche, Li und Lu helfen der Mutter beim Frühjahrsputz. Da staunen Sie, was? Und sie helfen gerne. Naja, Frau Marienkäfer hat ihnen versprochen, einen Fladen zu backen und Lauseier bunt anzumalen. Ihre Lieblingsspezialität. Hühnereier sind doch soo langweilig heutzutage."

Die alte Eiche kicherte. "Ich finde sie abscheulich. Im letzten Jahr warfen zwei Waldschrate mit Hühnereiern nach mir. Wie die gestunken haben. Einfach scheusslich. Was macht eigentlich dieser Griesgram Schaufelflink?"

"Der Maulwurf arbeitet hart"; betonte Laura Langbein hochachtungsvoll. "Gräbt einen neuen Tunnel zu seiner Freundin Frau Wühlmaus Ohnespeck."

"Sieh mal an. Der alte Zausel. Na, da passiert ja einiges in unserer Gegend. Der Frühling putzt sich heraus. Zieht seine bunten Kleider an und schenkt uns allen ein geheimnisvolles Kitzeln im Bauch. Hat euch denn der Osterhase neulich ebenfalls reichlich beschenkt?"

"Sagen Sie nur, Sie glauben noch an den Osterhasen?" wunderte sich Laura Langbein.

"Jetzt wird es aber verrückt, kleine Heldin. Du hast siebenköpfige Drachen gesehen, die untere Welt kennengelernt und glaubst nicht an den Osterhasen? Laura Langbein, du enttäuscht mich!"

Sie kratzte sich verlegen hinter dem Ohr. "Naja", gab sie kleinlaut zu. Sah sich nach allen Seiten um und flüsterte, "ich glaube schon daran. Sagen Sie es jedoch keiner Seele. Sie müssen es mir versprechen."

"Abgemacht!" antwortete die alte Eiche, die wie eine Mutter zu Laura Langbein sprach.

Sie plauderten noch ein Stündchen und auf einmal, man hält es nicht für möglich, gesellte sich Frau Elster Pfeiffer mit zwei ff, zu ihnen. "Darf man Platz auf ihren starken Ästen nehmen, Frau Eiche?" meinte sie in ihrer schmeichlerischen Art und flatterte mit ihren Flügeln in der warmen Luft.

"Machen Sie doch nicht so einen Wind!" wetterte Frau Eiche jetzt los. "Sie wedeln mir ja die ganzen Blütenpollen in das Auge, Sie alter Flattervogel!"

"Alter Flattervogel? Erlauben Sie einmal", ärgerte sich Frau Pfeiffer. "Sie finden in ganz Ghondor keine Elster, die so höflich und zuvorkommend ist. Die vorher fragt, ob sie Platz nehmen darf."

"Da haben Sie Recht", konterte die Eiche. "In Ghondor gibt es Sie zum Glück nur einmal, wenn ich an Ihre musikalischen Einlagen zurückdenke. Als Sie hier einmal Ihr Lied von den goldenen Träumen sangen, welches so furchtbar unmusikalisch war, wie es unmusikalischer nicht sein kann."

"Sie wollen eine Künstlerin wie mich beleidigen", höhnte Frau Pfeiffer. "Vergessen Sie es. Sie können mir doch nicht weh tun. Das hat eine Weltreisende wie ich nicht nötig. Laura Langbein wird das bestätigen. Wir sind gute Freundinnen, nicht wahr? Frau Laura? Hallo? Wo steckt sie nur?"

Die kleine Heuschrecke sass auf einer Schlüsselblume und schüttete sich vor Lachen richtig aus. "Diese Frau Elster kenne ich eigentlich nur von früher so. Ich dachte, Sie haben Ihre Eitelkeiten abgelegt. Nun erinnern Sie mich an die hochnäsige Elster von damals. Dabei sind Sie so eine nette Person und mir eine liebenswerte Freundin geworden."

Die Elster fühlte sich geschmeichelt und vergass die beleidigenden Worte der alten Eiche. Es fiel ihr jedoch immer noch ein wenig schwer, ihre eigenen Fehler einzugestehen. Ja und ausserdem war sie nun einmal Frau Brunhilde Pfeiffer. Eine Dame von Welt, die ihre eigene Persönlichkeit besitzt. So schluckte sie all ihren Frust hinunter und antwortete Laura kleinlaut: "Manchmal hört eine erfahrene Frau wie ich gerne auf Kinder, denn sie sagen unbekümmert die Wahrheit. Auch wenn sie noch so bitter ist. Ich entschuldige mich bei Ihnen für meine Unbeherrschtheit, liebe Frau Eiche. Es tut mir sehr leid."

Die alte Eiche schlug ihre rindigen Augenlider verwundert auf und nieder. Eine Entschuldigung hatte sie von der Elster niemals erwartet. Sie wusste, wie schwer es für die Pfeiffer war, Fehler einzugestehen. Darum schätzte sie deren Worte um so mehr. "Ich verzeihe Ihnen", erklärte sie nun feierlich und eine friedliche Stimmung breitete sich mit einmal rings um ihr Anwesen aus.

Die Elster war ausser sich vor Freude und Laura Langbein hüpfte ausgelassen von der Schlüsselblume herunter. Da drang ein markerschütternder Brummton dreimal durch die warme Luft. "Keine Sorge, meine Lieben. Das ist Meister Schaufelflinks Waldhorn. Ich erkenne es unter tausenden heraus. Hört ihr nicht, wie aufdringlich es klingt? Das ist eben seine Art. Dreimal geblasen bedeutet, er benötigt meine Hilfe. Ach, diese Männer. Sie kommen ohne uns Frauen einfach nicht zurecht im Leben. Na da werde ich wohl oder übel leider aufbrechen müssen. Einen schönen Tag noch." Sagte es und flog auch schon mit kräftigem Flügelschlag davon.

"Kommen Sie bald wieder!" rief die alte Eiche noch hinterher und raschelte mit ihrem frischen Blattwerk.

"Wissen Sie, die Elster ist eigentlich eine richtig nette Person. Ich will mich dann auch verabschieden", sagte Laura Langbein. "Ich habe dem alten Steinpilz versprochen, sein Dach zu säubern. Es war schön mit Ihnen zu plaudern, Frau Eiche. Also man sieht sich. Ich wünsche noch einen angenehmen Tag."

"Den wünsche ich dir auch, Laura Langbein. Und grüsse den alten Steinpilz von mir. Ich bedauere, dass er nicht auf meinem Grund steht und ich seinen Geschichten lauschen kann."

"Ich werde ihm alles sagen, liebe Frau Eiche", antwortete die kleine Heuschrecke noch, ehe sie der dichte Graswald verschluckte und von ihr noch der liebliche Gesang zu vernehmen war.

© by Ralph Müller-Wagner

Durch Die Jahrhunderte, Gedicht für Savah M. Webber

Als wir gemeinsam
die Jahrhunderte durchwanderten,
das Licht unser magisches Schild
gegen die Mächte der Finsternis war -
erfuhr mein Herz tiefe Zuneigung,
wie niemals zuvor gekannt.
Sie ebnete uns den Weg in das
blühende Land der Sinnlichkeiten.
Brach die Schwingen des Nebels,
der wie ein undurchdringlicher Schatten
meine Augen benetzt hatte.
Bis zu jener Stunde -
als dein anmutiges Wesen
meine aufgewühlte Seele küsste.

Ich denke an den Rosengarten von Ninive,
wo ich vor dir niederkniend
meine Liebe offenbarte
und um deine Hand anhielt.
Wo der süße Duft
jener irdischen Fantasien
alle bekannten Sinne zu umgarnen schien.

Ich denke an die Terrassen von Baalbeck,
als wir den Wächtern des Himmels zujubelten,
die in strahlendweißen Gewändern
ihren Raumschiffen entstiegen
und den Pharaonen einen Teil
ihres Wissens lehrten.

Ich denke an die dunklen Zeiten
der geheimen Inquisition,
als wir vor Ohnmacht bitter weinend
vor den sinnlosen Scheiterhaufen standen,
die im Namen einer Kirche errichtet worden.
Machtvolles Gebärden - und ein Gott sah hilflos zu.

Ich denke an einen Geist
den wir zutiefst bewunderten,
der eine Statue schuf - den Göttern gleich -
mit erhobenem Arm die Fackel
der Freiheit proklamierend.
Und ich denke an die Mächte
nach jener Zeit,
die dieses Symbol missachteten,
deren Länder schließlich
in Schutt und Asche versanken.

Ich denke auch an die Tage,
als wir uns magnetischen Stürmen
und kosmischen Katastrophen stellten,
die das Antlitz dieser Erde wandelten -
vor dem wir nun voller Hoffnung stehen.
Hand in Hand -
die Zukunft fest im Blick.

© by Ralph Müller-Wagner

Wie Kommst Du (Gedicht)

Kommst du zum ersten Rendezvous
wie der Frühling auf mich zu.
Dein seidenes braunes Haar leicht rötlich gesträhnt
und mit einer Orchidee verziert.
Dein anmutiges Gesicht wie ein blasser Mond
am verträumten Abendhimmel
und einem Lächeln so lieblich wie
der Duft von lilafarbenen Flieder.

Kommst du mit dem romantischen Schimmer
brennender Kerzen in deinen Augen.
Mit einem Geheimnis auf den Lippen
eingewebt vom Zauber einer heißen Sommernacht.
Trägst du eine Bluse in rot,
wie die Tulpen im herrlichen Monat Mai.
Einen Rock, so weiß wie
die Blüten der Wildkirsche.
Wie um alles in der Welt kommst du?

© by Ralph Müller-Wagner

Warum...? (Gedicht)

Warum sind wir oftmals sprachlos
wenn Augenblicke der Zweifel
die Sinne vernebeln
im Sturm egozentrischen Stolzes
und Liebe zerbricht -
obwohl wir wissen.

Warum sind wir oftmals machtlos
wenn uns drängt die Unredlichkeit
im Zwielicht dunkler Gedanken
den Nächsten damit zu verletzen
und Gefühle sterben -
obwohl wir wissen.

Warum schmeicheln wir oftmals der Intoleranz
wenn wir beleben bewusst den Irrtum
dabei ertrinkend im Strom der Invektive
verspottend die unantastbaren
Säulen des göttlichen Tempels
und den Glauben verlieren -
obwohl wir wissen.

© by Ralph Müller-Wagner

Offenbarung (Gedicht)

Es war
Als ich
Mit zitternden Händen
Die Flamme entfachte
Und ihre gefühlvollen Worte
Im Blumengarten
Zum Himmel aufstiegen
Oh Vater aller Väter
Ich spürte
Einen Hauch
Von Frühling.

© by Ralph Müller-Wagner

Mit Dir... (Gedicht)

Mit dir
Hand in Hand den Jahrtausendweg ziehn
Die Zukunft erahnen
Hinter dem Horizont
Wo Zeit durch verschlossene Fenster rinnt
Wie Wüstensand, der nie gezähmt.

Mit dir
Hand in Hand den Jahrtausendweg ziehn
Mit dem Wagnis vorübergehender Vergänglichkeit
Inszeniert vom genialen Schöpfer
Über dem geteilten Himmel
Dessen Handschrift im blauverschobenen Licht
Der Photonen versteckt ist

Mit dir
Hand in Hand den Jahrtausendweg ziehn
Im süßen Taumel unendlicher Liebe
Die Orkane tiefer Sehnsüchte stillt
Deren sanfte Wellen jene Insel umspülen
Wo Ewigkeit im Schlagwort mündet.

© Jan. 2006 by Ralph Müller-Wagner

Naturgeister (Gedicht)


© Art by Molly Brett

Öffne deine Augen

und du wirst sie sehen.

Öffne deine Ohren

und du wirst sie hören.

Öffne deinen Verstand

und du wirst sie begreifen.

Öffne dein Herz

und sie werden dich lieben.

© by Ralph Müller-Wagner

Morgana le Fay (Gedicht)

Als sie aus meinen Träumen ging,
hüllte Nebel die Flanken der Berge
in ein mystisches Prachtgewand.
Des Falken Schrei
brach die Stille des Morgens.
Tau in den Kelchen der Lilien.
Sehnsucht im Mittelpunkt des Herzens.

Als sie aus meinen Träumen ging,
flimmerte Freiheit rot am Sternenzelt
im Strahlenkranz aus Licht geflochten.
Des heiligen Grales Energie
tief in meine Seele drang.
Tau in den Kelchen der Lilien.
Hoffnung im Mittelpunkt des Herzens.

Als sie aus meinen Träumen ging,
trug der Wind ihre ewige Stimme
über die verspielten Wellen der Meere.
Des Königs Vermächtnis
erblühte in der Knospe des Lebens.
Tau in den Kelchen der Lilien.
Liebe im Mittelpunkt des Herzens.

© by Ralph Müller-Wagner

Vom Glück Nur Ein Schatten, Songtext (DEEP PURPLE: "Clearly Quite Absurd")


© Saskia Müller
Vom Glück Nur Ein Schatten

Ich weine still dem Sommer nach
du und ich ein Paar.
Wir malten uns die Zukunft aus
unbekümmert bunt.
Ich zünde eine Kerze an
sehe dein Gesicht,
doch Regen löscht die Flamme aus
nimmt mir dieses Glück.
Warum bist du fortgegangen
sag mir nur warum?
So einfach ohne Worte
ohne Abschiedsgruß.
Liebe bricht nur
wenn die Hoffnung stirbt -
Du kommst zurück.

Weißt du noch wie schön es war
in jener Sommernacht.
Am Himmelszelt das Lichtermeer
ein Engel hat's entfacht.
Du schmiegtest dich so fest an mich
ich spürte deine Haut,
als Liebe uns ganz aufgezehrt
wie nie zuvor gescheh'n.
Ich schreibe deinen Namen
in den Staub der Welt
suche dein Gesicht
bis einst der Vorhang fällt.
Liebe bricht nur
wenn die Hoffnung stirbt -
Du kommst zurück.

© Jan. 2006 by Ralph Müller-Wagner

Spürst Du... (Gedicht)

Spürst du
der Sonne Botschaft
auf deiner Haut
im Blütenzauber des
triumphierenden Frühlings?

Spürst du
der Wälder Ohnmacht
die leise weinen
weil Menschen
ihren Mythos morden?

Spürst du
des Himmels Freiheit
die trunken macht
Gedanken formt
wie Unendlichkeit?

Spürst du
des Windes Atem
lau durch die Kronen
der Birken rauschen
Geheimnis verstreuend?

Spürst du
des Meeres Tiefe
wenn du die stillen Ufer
der Sehnsucht aufsuchst
in deiner Einsamkeit?

Spürst du
der Erde Hände
die dich sanft festhalten
bis dein ICH in eine
andere Welt aufbricht?

© April. 2006 by Ralph Müller-Wagner

Morgen will erwachen (Gedicht)


© Art by Edith Geduldig
Morgen will erwachen

vertont als Schlager von Maria und Bogdan Aftanski

Junges Grün im warmen Wind
wird uns Freude bringen.
Der Himmel klar und Tag beginnt
im Jubel aberhundert Stimmen.
Eingehüllt in Nebelkleider
tanzt der Elf am Rosenbach.
Küsst die taubedeckten Gräser
liebevoll aus ihrem Schlaf.

Wolken glühn am Horizont
Freiheit ohne Grenzen.
Ein Engel fern im Morgengold
von Frieden fabuliert auf Erden.
Merlins Hand streut Blütenzauber
über Wald samt Heide aus.
Bricht den Widerstand der Trauer
Lachen kehrt zurück ins Haus.

Lerche singt am Silbersee
Morgen will erwachen.
Die Grille zirpt es blüht der Klee
sich Bienen still am Nektar laben.
Frühling malt mit seinen Farben
bunte Träume in die Welt.
Lichtumsäumt vom Bilderrahmen
den Sonne schenkt und Herz erhellt.

© 2006 by Ralph Müller-Wagner

Erste Liebe (Gedicht)

Als die Kirschbäume
über Nacht ihren Schnee entfalteten
den keine Sonne schmilzt
lagen sie Hand in Hand
im blühenden Rispengras
in die Sterne träumend.
Der Geburtsort ihrer Liebe erstrahlte
im Licht eines vollen Mondes
wie das pulsierende Glück
in ihren aufgewühlten Herzen.
Der Schlaf ist für andere da
flüsterte der Wind
und ward Zeuge wie Aurora
langsam das Kleid von ihren
blassen Brüsten sinken ließ.

© 2006 by Ralph Müller-Wagner

Schmerz (Gedicht)

Eine Strähne deines Haares
ich zitternd berühre
mein liebendes Herz
in Sehnsucht getränkt

Dein sanfter Blick
im Gold des Morgens erwacht
süßes Lächeln eingewebt
in Schleiern der Erinnerung

Magischer Klang deiner Stimme
wie von Glas gezupft
deiner Seele Herrlichkeit
die Größe des Menschen ehrt

Finsternis den Alltag zeichnet
Wind weht Trauer übers Land
seit dein junges Leben
erstickt in seinem Mantel

Im Tal der Tränen Bitterkeit
Fragen zieht der Erdenweg
du bist gegangen und doch nicht fort
Hoffnung blüht - Elysium

© by Ralph Müller-Wagner, September 2006

Wegstrecken (Gedicht)

Der weite Weg, den
ich behütet ging,
trotz der scharfen Steine.

Der schmale Steg, den
ich zitternd überquerte,
im Angesicht der gähnenden Tiefe.

Der unsichtbare Gipfel, den
ich mühsam erklomm,
am Ende meiner irdischen Tage.

© by Ralph Müller-Wagner

Du (Songtext)

Du kamst im Frühling
der Tag so klar
Du sagtest Freundschaft
nahmst meine Hand
Du kamst im Frühling
und mein Herz
flammte auf
es war wie ein süßer Traum

Du brachtest Rosen
so rot wie Blut
Du sagtest Treue
ein Leben lang
Du brachtest Rosen
und mein Herz
flammte auf
es war wie ein Traum

Du - es gibt nichts Schöneres im Leben,
als an deiner starken Hand zu geh'n.
Du - ich werde alles dafür geben,
dass du bei mir bleibst

Du bist geblieben
wir sind ein Paar
Du gibst mir Wärme
stehst fest zu mir
Du bist geblieben
und mein Herz
ist erfüllt
Wir leben den Traum

Du - es gibt nichts Schöneres im Leben,
als an deiner starken Hand zu geh'n.
Du - ich werde alles dafür geben,
dass du bei mir bleibst

© 2006 by Ralph Müller-Wagner

Liebe (Gedicht)

Wenn Liebe stirbt
rinnen Tränen der Sehnsucht,
bei dem, der verlassen wird
tut das so richtig weh.
Dunkle Wolken am Horizont
lassen kein Licht in dein Herz,
bittere Tage der Einsamkeit
überall nur ist Schmerz.

Wenn Liebe stirbt
gehen zwei auseinander,
die so viele Jahre vereint
und nie verzweifelt geweint.
Erinnern tut weh, zehrt dich auf
Bilder ganz tief verletzen,
Gefühle sterben im Trauerland
vor dir steht eine Wand.

Wenn Liebe blüht
küssen Engel die Seele,
bricht Sturmflut haltlos herein
Ängste ertrinken im Sein.
Sonne strahlt hell in dein Fenster
Himmelblau räumt innen auf.
Freude im Taumel der Zweisamkeit
in einer neuen Zeit.

© by Ralph Müller-Wagner, 2008